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  Franziska Walser und Edgar Selge
Schauspieler und Schirmherren von BASTA
 
 
ÜBER SCHIZOPHRENIE - Krankheitsverlauf

Krankheitsbild
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Psychoedukations-
Programm
Der Krankheitsverlauf

Der weitere Verlauf schizophrener Erkrankungen ist nach Abklingen der Ersterkrankung nicht einheitlich. Bei etwa einem Viertel der Erkrankten kommt es zu einer (fast) vollständigen Heilung der Ersterkrankung. Beim sog. episodischen Verlauf kommt es zu Wiedererkrankungen, wobei die Zeitintervalle und die Häufigkeit des Auftretens dieser Schübe oder Episoden variabel sind. Die zweite psychotische Episode kann auf ganz verschiedene Weise verlaufen. Jeder dieser Schübe können einen sog. Residualzustand in Form einer Persönlichkeitsveränderung hinterlassen, der in leichteren Fällen die Arbeits- und Anpassungsfähigkeit nicht beeinträchtigt (soziale Remission). Etwa ein Drittel der Kranken erfährt einen ausgesprochen ungünstigen, chronifizierten Verlauf. Jede erneute Krankheitsepisode hinterlässt bleibende Veränderungen in der Persönlichkeit bis hin zum weitgehenden Verlust sozialer Fertigkeiten und zur Hospitalisierung. Jedoch kann es auch bei chronisch-progredienten Verlaufsformen der Schizophrenie in späteren Jahren therapeutisch bedingte oder spontane Besserungen geben. Ein Rückfall kann nach Monaten, nach Jahren, vereinzelt auch nach Jahrzehnten auftreten. Die Ergebnisse von drei Verlaufsstudien zeigen, dass bei zwei Dritteln der Krankheitsverlauf sehr günstig oder günstig ist. Seit damals sind die Behandlungsmöglichkeiten noch einmal entscheidend verbessert worden, so dass heute mit hoher Wahrscheinlichkeit der Langzeitverlauf schizophrener Erkrankungen noch günstiger ist.

Unterformen der Schizophrenie
  • dauerhafte Wahnvorstellungen (beispielsweise Verfolgungs-, Vergiftungs-, Beeinträchtigungs- oder Beziehungswahn)
  • meist begleitet von akustischen Halluzinationen und anderen Wahrnehmungsstörungen
  • im akuten Zustand teils deutliche Denkstörungen
  • häufig furchtsam und misstrauisch
  • motorische Störungen, z.B. nicht durch äußere Reize beeinflusste, anscheinend sinnlose motorische Aktivität, verminderte Reaktionen auf die Umgebung oder verminderte spontane Bewegung und Aktivität
  • körperliche Zwangshaltungen und --stellungen, die oft über lange Zeit beibehalten werden
  • u.U. episodenhafte Erregungszustände oder traumähnliche Zustände mit lebhaften Halluzinationen
  • mangelnde emotionale Ansprechbarkeit, Antriebslosigkeit, zerfahrenes Denken, weitschweifige Sprache
  • bruchstückhaftes Wahnerleben und Halluzinationen
  • flache, unpassende Stimmung, oft begleitet von Kichern oder selbstversunkenem Lächeln
  • häufig Grimassieren, unnatürlich-gekünstelt ausgeführte Bewegungen, Faxen, hypochondrische Klagen oder immer wiederholte Äußerungen
  • relativ früher Beginn (15.-25. Lebensjahr), Negativsymptome entwickeln sich schnell, eher schlechte Prognose vor Erkrankungsbeginn meist schüchterne, einzelgängerische Persönlichkeiten; neigen nach Krankheitsausbruch dazu, sich zu isolieren.
Mögliche Folgen der Erkrankung

Im Alltag gehen langwierige Leidensphasen voraus: Nicht selten kommt es zu heftigen Konflikten, zu Abbrüchen von Freundschaften, zum sozialen Rückzug der Betroffenen, zum Ausschluss aus Vereinigungen und Gruppen, in denen sie lange aktiv waren. Die Erkrankten können ihren Beruf und ihre Wohnung verlieren und verwahrlosen. Oft werden Diagnose und psychiatrische Behandlung erst möglich, wenn normale psychologische Bewältigungsversuche gescheitert sind, die Situation sich krisenhaft zuspitzt und der Erkrankte psychisch zusammenbricht. Wenn wir das Wort Schizophrenie im Zusammenhang mit einem bestimmten Menschen gebrauchen, verwenden wir eine wissenschaftliche Abstraktion, die sich aus einigen speziellen Aspekten seines Verhaltens und seines Erlebens ableitet. Wenn sie schwerwiegend sind, erscheint uns seine Persönlichkeit verändert. Dennoch bleibt der Mensch ein einzigartiges Wesen, das lediglich bzw. leider an Schizophrenie erkrankt ist. Er bleibt es, weil das grundsätzliche Kennzeichen der Schizophrenie darin besteht, dass das Gesunde im schizophrenen Erkrankten erhalten bleibt. Die Diagnose "Schizophrenie" ist kein Etikett für Menschen, die sich sonderbar verhalten.

Verfasst von der Anti-Stigma-Arbeitsgruppe der LMU im Zusammenhang mit BASTA - dem Bündnis für psychisch erkrankte Menschen.