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  Franziska Walser und Edgar Selge
Schauspieler und Schirmherren von BASTA
 
 
POLIZEIPROJEKT - Umsetzung

Ziele
Umsetzung
Feedback
Für das Projekt werden jeweils 6 Unterrichtseinheiten pro Studiengruppe, d.h. ein Vormittag von 8.00 bis 13.30 Uhr zur Verfügung gestellt. Der Vormittag ist in drei Themen-Blöcke gegliedert.


Kennenlernen
In diesem Unterrichtsblock werden die Projektgruppe und die Ziele der BASTA kurz vorgestellt. Anschließend erzählen je ein Betroffener und ein Angehöriger im Stil eines Interviews (geführt durch einen Psychiatrie-Profi) ihre persönlichen Erfahrungen mit Polizeibeamten. Im Anschluss wird den Polizisten ermöglicht, Verständnisfragen an die Referenten und zu den berichteten Erlebnissen zu stellen. Die Polizeibeamten bekommen auch Gelegenheit, Erlebnisse aus dem Dienstalltag zu schildern. Einige Probleme, die im Kontakt zwischen Betroffenen, Angehörigen und Polizisten aufgetreten sind, können hierbei bereits angesprochen werden.

In dieser ersten Phase des Projekttages sollen Berührungsängste abgebaut und ein entspanntes Gesprächsklima geschaffen werden.

Erlebnisbericht
In diesem Seminarblock beschäftigt sich die Gruppe mit positiven und negativen Erlebnisberichten von Betroffenen und Angehörigen, die Polizeieinsätze erlebt haben. Die durch die Arbeitsgruppe BASTA zusammen getragenen Berichte liegen in schriftlicher Form als Diskussionsgrundlage vor. Sie stammen sowohl von Mitgliedern des BASTA-Teams als auch von Selbsthilfeorganisationen der Betroffenen bzw. der Angehörigen. Diese subjektiven Schilderungen werden von den Polizisten gemäß einer Arbeitsanleitung in Kleingruppen diskutiert. Positive wie negative Erlebnisse werden dabei sowohl aus der Sicht der Betroffenen und Angehörigen als auch aus der Sicht der Beamten beleuchtet. Die Kleingruppen erarbeiten Vorschläge, wie und weshalb die geschilderten Situationen an speziellen Schlüsselstellen durch alternative Verhaltensstrategien einen für alle Seiten positiveren Verlauf hätten nehmen können bzw. genommen haben. Anschließend werden die Ergebnisse der einzelnen Kleingruppen im Plenum vorgestellt und mit den Anwesenden diskutiert.

Austausch
Im letzten Block werden in Abhängigkeit vom Wissensstand und den Interessen der Beamten unterschiedliche Schwerpunkte aufgegriffen. Hauptaugenmerk legen wir auf folgende Punkte:
- Verhaltenstipps für schwierige, eskalierende Situationen im Dienstalltag
- Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen und Angehörigen gegenüber Beamten im Dienst
- Hintergrundinformationen zu psychischen Krankheiten
- Vorstellung von Kriseninterventionszentren und Kontaktadressen


Fazit
Durch diese interaktive Zusammenarbeit werden die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des „sensiblen“ Verhalten im Arbeitsalltag der Beamten angedacht und diskutiert. Betroffene und Angehörige der BASTA waren gleichermaßen von der engagierten Mitarbeit der Polizisten und deren Anteilnahme begeistert. Die Referenten empfanden das Projekt als wichtigen Baustein im Empowerment-Prozess und als Bereicherung für die Anti-Stigma Kampagne. Aufschlussreich für die Mitarbeiter der BASTA war es auch, die Belastungen, Schwierigkeiten und rechtlichen Handlungszwänge – z.B. bei Freiheitsentziehenden Maßnahmen – im Dienstalltag der Beamten kennen zu lernen. Hierzu zählt auch die Pflicht zur Eigensicherung. Die Verantwortlichen der Bayerischen Beamtenfachhochschule – Fachbereich Polizei – entschieden sich aufgrund der positiven Resonanz, diese Projekttage weiterhin fortzuführen und diese nicht nur in Fürstenfeldbruck, sondern auch in Sulzbach-Rosenberg anzubieten. Im Jahr 2004 haben erstmals der Sozialpsychiatrische Dienst Fürth und das Psychoseseminar Fürth die Seminare in Sulzbach Rosenberg erfolgreich mitveranstaltet. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2002 konnten mittlerweile über 1000 Beamte durch das Projekt erreicht werden.

Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei den Verantwortlichen der beiden Bayerischen Beamtenfachhochschulen (Fachbereich Polizei) für die fortlaufende Unterstützung im Jahr 2008 bedanken.