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31.08.2009 - Loben statt Jammern: Gruppen für Kinder psychisch erkrankter Eltern

Loben statt Jammern: Gruppen für Kinder psychisch erkrankter Eltern

Immer mehr Gruppen für Kinder psychisch erkrankter Eltern entstehen. Eine solche Gruppe bietet beispielsweise Peter Donhauser von der Erziehungsberatungsstelle in Germering an. Die Gruppe besteht aus vier bis fünf Kindern im Grundschulalter. Einmal wöchentlich findet eine Sitzung von zwei Stunden statt. Es sei schwierig, so Donhauser, an die Kinder heranzukommen. Die Kinder kämen praktisch nur durch eigene Klient(inn)en in die Gruppe. Am Anfang findet eine Einführungsrunde statt. Die Kinder kochen und backen selbst. Sie genießen das Essen und die Spiele (Psychodrama). Der thematische Teil gestaltet sich eher schwierig. Nicht zuletzt gibt es auch Ausflüge (Schwimmen, Fußball, Eisessen).

Eine weitere Gruppe bietet Christine Rath, Kunsttherapeutin im Klinikum rechts der Isar, in Zusammenarbeit mit Dr. Josef Bäuml, Leitendem Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Technischen Universität, an. Der Schwerpunkt liegt auf kunsttherapeutischer Arbeit, geleitet von Frau Rath, die psychoedukative Arbeit übernimmt Herr Bäuml. Es gibt zwei Gruppen, eine für Kinder zwischen sechs und zwölf und eine für Kinder zwischen dreizehn und achtzehn Jahren. Die Gruppengrößen liegen bei bis zu sechs Kindern pro Gruppe. Die Eltern zeigen in ihrer Notsituation auf der Akutstation eine große Bereitschaft, ihren Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine achtmalige Teilnahme sollte zugesagt werden. Die Einzelziele sind die Bestärkung der Kinder in ihrer situativen emotionalen Wahrnehmung sowie die Schaffung von Vertrauen und Sicherheit. Eine alters- und entwicklungsgerechte Krankheitsinformation wird gegeben. Darüber hinaus geht es um die Entlastung von Schuld- und Schamgefühlen sowie die Entlastung der Kinder von der Elternfunktion.

Auch in Augsburg findet eine Kindersprechstunde im dortigen Bezirkskrankenhaus statt. Die Kindersprechstunde dient als Anlaufstelle für betroffene Eltern, Angehörige und Bezugspersonen, die Fragen zum Thema „Psychisch kranke Eltern und ihre Kinder“ haben. Natürlich können auch betroffene Kinder und Jugendliche kommen, um sich Informationen, Unterstützung und Beratung zu holen. Termine vergibt nach Absprache Livia Koller, Diplom-Psychologin und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin, unter der Telefonnummer 0171/9589205 oder lkoller@st-gregor-jugendhilfe.de.